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”Now on tap“: Omnipräsente Google Suche in Echtzeit

"Now on tap" Omnipräsente google Suche in Echtzeit

Beispiele direkte Informationen zu Location und Tischreservierungen per Google Now on Tap | Quelle: Google

”Now on tap“: Omnipräsente Google Suche in Echtzeit

Für viele Beobachter barg die Google Entwicklerkonferenz I/O 2015 insgesamt nicht die erwartete Sensation. Betrachtet man die wahrscheinliche nahe Zukunft der mobilen Suche, war sie das vielleicht doch. Denn das Unternehmen stellte „Now on Tap“ vor, eine Funktion und Erweiterung des bereits bestehenden Assistenten „Google Now“.

Now on Tap rückt die Suche wieder in den Vordergrund

Diese neue Funktion von Android M soll Googles Kerngeschäft, die Suche, wieder mehr in den Vordergrund rücken. Die zunehmende Nutzung von Apps hat Google und auch die mobile Suche geschwächt. „Now on Tap“ dagegen ist immer aktiv, egal, ob man im Internet surft, sich in seinem E-Mail Account befindet oder in einer App nach Restaurantempfehlungen sucht.

Die neue Funktion wird übrigens mit einem kurzen Tippen und anschließendem Halten des Homebuttons aktiviert: Hört man gerade Musik, kann die Software Informationen zum Künstler hervorholen oder die nächsten Tourdaten anzeigen. Chattet man in WhatsApp darüber, wohin man abends ausgehen möchte, kann „Now on Tap“ Tipps zu Veranstaltungen, Konzerten oder Partys geben. Google zeigte bei der Vorstellung seiner Neuerung auf der I/O-Konferenzbühne als Beispiel unter anderem eine E-Mail, in der Informationen zu einem Kinobesuch enthalten sind. Mit „Now on Tap“ kann der Nutzer direkt Filmkritiken abrufen, Trailer anschauen oder Kinokarten bestellen, ohne die E-Mail-App verlassen zu müssen.

Möglich wird das, so Google-Manager Dave Burke, mittels neuronaler Netze. Diese Technologie versucht, Verknüpfungen in Anlehnung an die Architektur des menschlichen Gehirns darzustellen. Diese neuronalen Netzwerke seien kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt worden, so Burke. Eine Anpassung aller im Rahmen von Google Now on Tap nutzbaren Apps ist dabei nicht notwendig, solange diese von Google indiziert wurden.

Live Informationen zu Band und Leadsänger per Google Now on Tap | Quelle: Google

Durch diesen umfassenden Ansatz erfährt Google mittels „Now on Tap“ enorm viel über Interessen und Suchverhalten der jeweiligen Nutzer. Dass dieses Wissen für Werbetreibende höchst spannend ist und von Google auch explizit für Anzeigen nutzbar sein wird, erschließt sich fast von selbst. Der Schritt zu werblichen Einblendungen wie: „Wollen Sie jetzt zwei Konzertkarten Ihres Lieblingskünstlers für das Konzert in zwei Wochen kaufen“ ist auf diese Weise nicht mehr weit. Sie könnten Google einen immensen Vorteil im schnell wachsenden mobilen Werbemarkt bescheren, auf dem Facebook inzwischen eine starke Rolle eingenommen hat.

Die Werbeform von „Now on Tap“ passt perfekt zum jeweiligen Kontext und ist auch nicht mehr von der Suche abhängig. Dank maschinengestütztem Lernen weiß Google oft schon vorher, was der Nutzer jetzt suchen könnte, und schlägt ihm das passende Resultat direkt mundgerecht vor. Die Zukunft der Werbung steht dank „Now on Tap“ ins Haus.

Patrick Peinecke, Director Activation Digital OMD

now on tap

(Quelle: Real Time Marketing Kompass 2015/16)