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Smart Home und das Internet der Dinge – mehr Einsatz, mehr Risiken

Smart Homes - Internet of Things

Das Internet der Dinge – unser neuer Mitbewohner

Das Zeitalter des Internet of Things / IoT ist angebrochen. Und die großen Techdienstleister kämpfen um das Vorrecht unser Zuhause zu vernetzen. Mit zunehmendem Umfang der Automatisierung innerhalb der eigenen vier Wände („Domotics“) sehen wir uns einer Vielzahl an Möglichkeiten gegenüber, die unser Zuhause sicherer oder wenigstens „smarter“ machen sollen. Beispielsweise bieten bereits jetzt Überwachungskameras, Überwachungssysteme, Sensoren und Alarmeinrichtungen eigene Apps, die eine Steuerung der Hardware von Mobile Devices aus ermöglichen. Neue Anbieter wie Nest, Netgear/ Arlo und Ring schaffen es damit in die aktuellen Nachrichten. Aber auch etablierte Giganten wie Samsung, AT&T, General Electrics / GE, Microsoft, Apple und Google sind mit von der Partie und bieten eine Vielzahl eigener Anwendungen an. Darüber hinaus ist natürlich Amazon mit Alexa ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung. So bildet selbst die WIFI Website des Hardwareriesen GE (und damit eines potenziellen Wettbewerbers) den Echo auf der Startseite ab…

Zunehmender Einsatz in Privathaushalten

Privatpersonen suchen derzeit nicht nur nach smarten Lösungen für zuhause – sie kaufen diese auch. Laut Statista liegt die Verbreitung von Smart Home Anwendungen in den USA in 2017 bereits bei 32 %, bis 2021 wird mit einem Anstieg auf 61 % gerechnet (Link zur Statista Smart Home Statistik). Laut Business Insider haben die Vereinigten Staaten die erste Hürde in der Verbreitung von Smart Home damit bereits überwunden und stehen kurz vor dem Start in den Massenmarkt. Der Mintel Smart Home Report von April 2016 hält dazu fest: „The next era of connectivity will see us adopt integrated ecosystems of products, services, and digital goods that sync our homes, our appliances and our bodies.”

Yosi Wechling, Direktor bei Resolution Media US, hält den Markt für reifer als jemals zuvor: „We have seen an uptick in indoor and outdoor smart home cameras. December 2016’s lastimpression- based sales increased 47 % over the previous month. Our data shows that people are motivated by the high design, plug-and-play set-up and overall product quality when outfitting their home for security / automation.”

Insgesamt lässt sich festhalten, dass all diejenigen von uns, die einen Amazon Echo, eine Türklingel von Ring, eine Nest Kamera, Google Home oder jedwedes andere Smart Home Device ihr Eigen nennen, dieser wachsenden Industrie bereits jetzt wertvolle Daten und Insights zur Verfügung stellen, ob wir nun wollen oder nicht.

Vorteile für Marketing und Konsumenten

Ein „smartes” Zuhause bringt jede Menge Vorteile mit sich: es übernimmt alltägliche Tätigkeiten wie die Erinnerung, das Licht zu löschen, den Alarm einzustellen, den Thermostat herunter zu fahren oder auch von der Couch aus Besucher an der Tür zunächst zu identifizieren um dann die Tür zu öffnen, wenn gewünscht. Das alles geht sogar vom Büro aus – vorausgesetzt, man hat immer sein Mobile Device bei sich. In Zukunft könnte das Smart Home sogar dafür sorgen, dass essentielle Dinge wie Milch oder Waschmittel nie ausgehen oder aber Windeln automatisch nachbestellt werden.
Für die Marketingindustrie liegt die große Herausforderung im Smart Home Markt darin, einen Zugang zu diesen reichhaltigen Daten zu legen, die über die vernetzten Devices in den Smart Homes gesammelt werden. Der IoT Markt ist hier aber leider noch sehr fragmentiert und weist viele geschlossene Ökosysteme derjenigen Unternehmen auf, welche die Hardware bauen und fördern. Das bedeutet auch, dass derzeit das Abwarten einer Marktkonsolidierung innerhalb dieser Industrie durchaus eine sinnvolle Taktik sein kann.
Sobald diese vollzogen ist, werden gänzlich neuen Datenquellen und Consumer Insights von unschätzbarem Wert verfügbar sein.

Die möglichen Risiken

Die DDoS Attacken in 2016 haben eines klar gezeigt: nicht alle IoT Smart Home Devices sind gleich. Es ist belegt, dass Hacker sich Zugriff auf zahlreiche hochrangige US-Seiten wie Reddit, Twitter und die New York Times verschafft haben, in dem schwächere Sicherheitsprotokolle im Code von vielen Heimsystemen aus dem unteren Preissegment attackiert wurden.
Damit nicht genug: Zusätzlich konnten persönliche Daten (auch bekannt unter Personal Identifiable Information / PII) für Hacker und andere Personen mit heimtückischen Vorhaben verfügbar geworden sein. Das ist defi nitiv der Stoff, aus dem Albträume gemacht werden. Und wenn diese Lücken nicht vollständig aufgearbeitet und behoben werden, wird die weitere Einführung von Smart Homes nachhaltig Schaden nehmen.

In der Zwischenzeit

Die Werbeindustrie sollte hier jedenfalls schon jetzt die Augen offen halten in Bezug auf laufende Unternehmenszukäufe, neue Rollouts und die Möglichkeit für Integrationen auf diesem Sektor. Schon bald werden sich hier ganz neue Möglichkeiten auftun, die sich – kanalunabhängig – um das Leben selbst drehen, nicht mehr nur um Media.

Zum Zeitvertreib sinniere ich am liebsten darüber, was die allzeitverbundene Zukunft des IoT möglich machen wird. Waschmaschinen, die wissen welche Waschmittel die weißeste Wäsche produzieren, am besten Bakterien von der Kleidung kriegen oder den frischesten Duft hinterlassen. Und welche dieser Optionen für mich persönlich am wichtigsten ist. Durch das verbundene Interface kann dann auch direkt meine Bestellung abgesetzt werden, so dass mir das Waschmittel nie mehr ausgeht. Die Möglichkeiten sind endlos.

Quelle im Original: Resolution Media Blog US, 2017.01, Nancy Adzentoivich.
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