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Google: Was die neuen Link-Attribute für SEO bedeuten

Foto “SEO”: unsplash/merakist Google veröffentlicht neue Link-Attribute

Im Jahr 2005 führte Google das rel-Attribut Nofollow ein um vor allem Kommentar-Spam zu bekämpfen. Webmaster verwenden dieses Attribut heute auch um gekaufte Verlinkungen und Werbelinks zu kennzeichnen. Am 11. September kündigte Google die Veröffentlichung zwei neuer Link-Attribute an: Sponsored und UGC (User Generated Content). Doch was bedeutet das für die Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

Hintergrund – Das bereits bekannte Nofollow-Attribut

Spätestens mit der Eroberung des Suchmaschinenmarktes durch Google gelten Verlinkungen von externen Websites (Marketingprofis sprechen hier von den sogenannte Backlinks) als ein zentrales Qualitätsmerkmal für die Relevanz einer Information. Backlinks sind ein Nachweis der Expertise einer Quelle. Wie in der akademischen Welt greift hier das Prinzip der Zitation: je häufiger eine Quelle zu einem bestimmten Thema referenziert wird, desto höher wird der Status dieser Quelle gestellt. Diese ‚Authority‘ ist ein entscheidender Faktor für das Ranking von organischen Suchergebnissen für viele Suchmaschinen.

Es ist geradezu logisch, dass sich damals relativ schnell ein Markt rund um den Aufbau dieser Backlinks bildete. Mitte der 2000er Jahre eskalierte der Markt dieses sogenannten Linkbuildings mit Techniken des Linktausches, Linkkaufs und Kommentar-Spams. Bei letzterem ist u.a. das automatisierte Kommentieren in Weblogs mit der Absicht Backlinks zu platzieren gemeint. Das Ziel solcher ‘Blackhat-Methoden’ ist die Steigerung des eigenen PageRanks. Google war also gezwungen Maßnahmen zu ergreifen. Neben der Abwertung vieler Webseiten, die von Google als ‚Linkfarmen‘ oder ‚Linktauschseiten’ identifiziert wurden, war eine Folge die Einführung des rel=“nofollow“ Attributes im Jahre 2005.

Anderen Suchmaschinen übernahmen kurz darauf dieses Attribut, weswegen Nofollow schnell zum inoffiziellen Standard wurde. Nofollow bietet Webmastern die Möglichkeit Backlinks auf ihren Seiten selbstständig als ‚kommerziell‘, also Werbelinks auszuweisen. Die mit dem Attribut Nofollow markierten Links sollen dabei aus der Relevanzbewertung einer Quelle ausgeschlossen werden. Kritiker bemängelten frühzeitig, dass diese simplifizierte On/Off-Betrachtung bei der Vererbung von Linkjuice zu eindimensional sei. Durch einen flächendeckenden Einsatz von Nofollow z.B. in Kommentarbereichen würden wertvolle Nutzerbeiträge mit minderwertigem Spam-Beiträgen über einen Kamm geschert.

Google veröffentlicht “Sponsored” und “UGC” als Ergänzung zu “Nofollow”

Das angesprochene Dilemma besteht seit nun mehr fast 15 Jahren. Höchste Zeit also, dass die großen Suchmaschinen reagieren. Google teilte diese Woche die Einführung zweier neuer Attribute mit, die die Bewertung von Links verbessern soll. Für Links auf einer Webseite, die im Rahmen von Werbeanzeigen, Sponsoring-Programmen oder anderen Vergütungsvereinbarungen erstellt worden sind, empfiehlt Google künftig das Attribut rel=“sponsored“ als HTML-Auszeichnung zu verwenden. Benutzergenerierte Inhalte (“User Generated Content”) bekommen hingegen ein eigenes Attribut.

Die Auszeichnungen im Überblick:

  1. rel=“sponsored“: Werbeanzeigen, Sponsoring-Programme oder anderen Vergütungsvereinbarungen
  2. rel=“ugc“: Dem Akronym entsprechend für ‚User Generated Content‘, also vorrangig Kommentare und Foren
  3. rel=“nofollow“: Für Quellen, die ich verlinken aber nicht unterstützen möchte (z.B. auch Nennungen in negativen Zusammenhängen).

Google betonte, dass diese drei Attribute wie eine Empfehlung behandelt werden. Im gleichen Atemzug wurde ebenfalls kommuniziert, dass künftig gleiches auch für Meta-Robots-Tag Nofollow auf Seitenebene gelten soll. Auch hier entscheidet Google am Ende selbst, ob die Seite oder die Links auf der Seite analysiert und gewertet werden.

Wie beeinflussen die neuen Attribute jetzt die Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

Eigentlich gar nicht! Die neuen Attribute sollen Google eine fairere und bessere Bewertung von Backlinks ermöglichen. Laut Google-Aussage wird sich deswegen unmittelbar aber nichts signifikant in den Suchergebnissen verändern. Und bereits zuvor war die Verwendung von Nofollow-Attributen keine hundertprozentige Garantie dafür, dass ein Link oder eine Seite von der Google-Bewertung ausgeschlossen wurden. Dabei half und hilft weiterhin nur ein umfassendes Crawling- und Indexierungskonzept für die ganze Website!

Was sollten Sie jetzt tun?

Die Anwendung der Attribute eignet sich seltener als sie in der alltäglichen Praxis zur Anwendung kommt. Hier werden häufig zu vorschnell viele Links unnötigerweise als Nofollow gekennzeichnet. Dieses kann letztlich auch ein schlechtes Signal an Google sein.

Grundsätzlich empfehlen wir alle drei Attribute dort einzusetzen, wo es sinnvoll ist. Allerdings aber nie ohne sorgfälltige vorherigen Prüfung des Anwendungsfalls. Insbesondere die neuen Attribute sollten nur für neue Inhalte und nicht extra für bestehende Inhalte eingepflegt werden. Hier sollten immer Aufwand und Nutzen abgewogen werden.

Das heißt: Nutzer, die Werbelinks bislang mit rel=”nofollow” gekennzeichnet haben, müssen diese nicht alle auf rel=”sponsored” umstellen. “Es ist absolut nicht notwendig, irgendwelche Nofollow-Links zu ändern, die Sie bereits haben”, so Google in einer FAQ.

Eine Falschauszeichnung wirkt sich laut Google auch nur dann aus, wenn versehentlich ein nichtkommerzieller Link als Werbelink markiert wird. Diese kann eine Entwertung des Links zur Folge haben und die Zielseite bekommt dementsprechend keinen PageRank vererbt. In diesem Fall müsste das Attribut wieder entfernt werden. Daher Vorsicht bei der Verwendung der Attribute für die interne Verlinkung!

Die neuen Attribute treten ab dem 01. März 2020 im Crawling- und Indexierungsprozess in Kraft. Genug Zeit also für SEO-Manager und Tool-Anbieter um sich darauf einzustellen. Aus Kreisen des kostenlosen CMS-Anbieters WordPress z.B. war bereits zu vernehmen, dass das UGC-Attribut künftig standardmäßig integriert werden soll. Es ist davon auszugehen, dass andere Anbieter nachziehen und sich die Prozesse dahin gehend vereinfachen.

Haben Sie Fragen rund um das Thema SEO?

Sind Sie unsicher im Umgang mit den neuen Attributen oder haben andere Fragen rund um das Thema SEO? Kontaktieren Sie uns gerne per Telefon unter +49-211-38807-0 oder senden Sie uns eine E-Mail: feedback@resolutionmedia.de.

Autor: Sebastian Püschel, Director SEO / Resolution Media (Omnicom Media Group), September 2019

(Foto “SEO”: unsplash/merakist)

Category: SEO